Buch 3 Titel

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Hier die - Sachsenchronik -  die Geschichte in Zahlen (ein historischer Abriss von Ralf Schwart)

Als sich der Ritter Lothar von Quedlinburg im Jahre 918, im Auftrage des Herzog Heinrich von Sachsen, nach Friesland aufmachte, um eine gewisse Person ausfindig zu machen, ahnte er nicht, dass für die Erfüllung seiner eigenen Pläne kaum noch Zeit blieb. Und der „Deutschen Herrlichkeit“ lag plötzlich in Händen zweier friesischer Ritter, die ihre Schwerter blutig schlugen, um mit dem Generalvikar von Trient ihr vorbestimmtes Ziel zu erreichen. Doch Papst Johannes X. musste ein Universalreich der Christen nördlich der Alpen um jeden Preis verhindern.

- L E S E P R O B E -

        Als dem Friesen Kanulgar das Messer aus dem Gurt rutschte und beim Fallen gegen einen Stein schlug, war der derbe Klang der Klinge alles, was die Nacht an Lauten übrig hatte. Der kalte Nieselregen war nicht angetan, die Schatten der Dunkelheit zum Tanzen zu bewegen.
Aber Kanulgar erschrak, denn dieses Geräusch hätte sie wecken können. Verstohlen sah er sich nach dem Anführer um. Und in dessen Gesicht konnte er die Verärgerung ablesen. Dann war sein Blick wieder allein auf das Ziel gerichtet, auf den Wachposten, der scheinbar ebenso sorglos schlief, wie der Ritter und seine Soldaten.
Kanulgar lag jetzt ganz flach auf dem Moos und lauschte. Für eine Weile war die Welt angehalten und nichts geschah. Doch dann ergriff er das Messer und glitt weiter über den von der Feuchtigkeit durchtränkten Waldboden. Nur das Ziel vor Augen sah er auch die Steinpilze nicht, die er sonst nie stehen lassen würde.
Dann zögerte er plötzlich und hielt für einen Augenblick die Luft an, als wollte er sich selbst hinterfragen, ob er bereit dazu wäre. Aber er war sich seiner Sache sicher. Mit schnellem Griff fasste er den Kopf der schlafenden Wache und schnitt das scharfe Messer über den Hals seines Opfers. Das austretende Blut sah er nicht, denn seine Augen waren auf das Feuer gerichtet, an dem der Ritter mit seinen Soldaten schlief. Aber all seine Befürchtungen verschwanden, als er den dumpfen Ruf des Waldkauzes hörte. Die anderen hatten die Pferde losgebunden, der Raub war gelungen.
Vorsichtig erhob er sich, und zog sich rücklings in die Dunkelheit zurück, wo schon die Gefährten auf ihn warteten.
Der Friese erkannte sofort, dass das Zaumzeug eines der Pferde auf einen edlen Reiter schließen ließ, und auch mit dem Inhalt der Satteltaschen waren sie allesamt zufrieden: Münzen, Schinken, Wein.
Mit behutsamer Eile führten sie dann die zwölf Pferde auf dem gleichen Pfad zurück, den sie vorher genommen hatten, um sich dem Feuer zu nähern. Und in zufriedener Stimmung ließen sie sich den Wein über ihre Lippen laufen.


        M
it der Schwere, die einen Verschütteten an das Erdreich fesselt, erwachte Lothar. Seine Augen starrten zuerst auf die Baumgipfel, die von hellem Tageslicht umgeben waren. Dann vernahm er das Klagen seines Knappen Conradus, und augenblicklich sprang er auf die Füße, das Schwert aus der Scheide gerissen.
»Er ist tot ... einfach tot. Und die Pferde sind allesamt weg.«
Lothar starrte fassungslos auf den Leichnam und seine Hand verkrampfte sich um den Schwertgriff, als wollte er sie zum Schlage ausholen. Er konnte nicht glauben, dass dieses einfach so geschehen war. Seit Tagen hatten sie keine Menschenseele erblickt, und dann das hier.
»Bring die anderen auf die Füße«, sagte er zu Conradus, der neben dem Leichnam kniete. Dann ging er festen Schrittes den Weg, den wohl die Räuber gekommen und gegangen waren. Aber nach einer Weile hielt er inne und fragte sich nach dem Sinn. Wenn die die Pferde genommen haben, dann sehen wir die im Leben nicht wieder, dachte er. Und als Conradus mit vier Soldaten neben ihm erschien, winkte er ab.
»Das macht keinen Sinn, die sind weg.«
Und weil sein Schwertträger ihn unverständlich ansah, fügte er hinzu: »Bring mir mein Pferd!«
»Aber dein Pferd ging diesen Weg«, erwiderte Conradus und zeigte in die Richtung.
»Und wo ist der unsere?«
Conradus war Thüringer und mit so viel Lebenserfahrung ausgestattet, dass Lothar ihn für unentbehrlich hielt. Und obwohl es für manch einen Soldaten eine Ehre war, einem Ritter zu dienen, so war es für Conradus die Erfüllung seiner selbst. Daher wollte er in allem der Beste sein. Im Zweikampf ebenso wie als Pfadfinder. Aber dieses Missgeschick in der Nacht nahm er auch auf seine Kappe, denn zu sorglos sprach der Ritter dem Wein zu, und zu sorglos war auch er selbst, sonnst hätte er die Wache übernommen.
»Die Sonne im Osten, den rechten Weg im Norden. Dort also«, entgegnete er.
»Dann werden wir wohl das Ziel zu Fuß aufsuchen müssen.«
»Hoffentlich nur bis zum nächsten Dorf.«
»Aber ihn können wir so nicht liegen lassen.«
Lothar sah Conradus an, der ihm den Waffengurt reichte, sodass der Ritter sein Schwert zurücksteckte, und sich den Gurt über den Kettenrock legte.
»Hier in der feuchten Erde werden wir ihn aber auch nicht zurücklassen, hier bei den Heidengeistern.«
Sofort bekreuzigten sich alle Umstehenden.
»Ihr vier dort werdet ihn auf euren Schilden mit uns führen. Gebe der Heiland uns die Gunst, bald auf die Küste oder wenigstens auf ein Dorf zu stoßen.«
»Viel Proviant ist uns nicht geblieben, fast alles ist mit den Pferden verschwunden«, sagte Karlmann, ein Soldat aus der Eskorte des Herzogs, die Lothar sichern sollte.
»So ist es eben. Beklagen werden wir uns erst am nächsten Abendfeuer.«
Gegen die Worte des Ritters hatte niemand einen Einwand, und so hoben sie den Toten auf die Schilde und begannen in die Richtung zu gehen, die Conradus ihnen vorgab.
Der Morgen war bereits in den Tag übergegangen, und die Luft wurde kühler. Auch ein Indiz dafür, dass sie der Küste näher kamen. Vielleicht würden sie schon bald den ersten Frost kriegen, denn der Sommer des Jahres 918 lag nun schon hinter ihnen.
Bisweilen wateten die Männer in ihren Lederstiefeln knöchelhoch im aufgeweichten Waldboden. Und nach einer Weile wechselten die Träger des Toten, während die anderen die Lanzen derer, die mit dem Tragen an der Reihe waren, auf den Schultern trugen. Der sonst gesprächige Conradus war nahezu verstummt. Nur hin und wieder gab er die Richtung vor. Er grübelte ständig über den Umstand nach, der sie hierher geführt hatte, denn Lothar handelte im Auftrag des Sachsenherzogs. Worin dieser allerdings bestand, darüber ließ ihn sein Herr im Unklaren. Sie sollten einen Mann finden, nur das wusste er. Aber ohne Pferde erschien ihm die Sache doch recht zweifelhaft, und als die Männer den Küstenwald verließen, sahen sie schon redlich geschafft aus. Doch der Anblick der Hütten, am Ende der Bucht, machten ihnen wieder Mut.
»Hoffentlich gibt man uns dort etwas für deinen guten Namen«, sagte Conradus, womit er Lothar von Quedlinburg meinte. Da er zehn Jahre älter war als der Ritter, und schon unter dessen Vater gedient hatte, war ihm der vertrauliche Umgang erlaubt.
»Wenn es deine einzige Sorge ist, kann ich dich beruhigen, Conradus. Von den Münzen sind mir diese drei geblieben.«
Der Ritter holte drei Silberlinge aus dem ledernen Beutel und wiegte sie in der Hand.
»Für eine ordentliche Mahlzeit sollte es noch reichen.«
»Aber Pferde werden wir dafür keine bekommen.«
Jetzt quälte sich Lothar ein Lächeln ab, als er den kleineren Conradus auf die Schulter fasste.
»Ich habe ein Schriftstück des Herzogs, dass mir jedermann Hilfe zu unterbringen hat.«
»Und wo ist dieses?«
»In meiner Satteltasche.«
»Ha ...«
Conradus erstarb das Lachen auf den Lippen.
»Wir sind immer noch zwölf bewaffnete Männer. Wir können uns nehmen, was wir brauchen«, sagte Lothar.
»Wir sollen  -s t e h l e n-?«
»Das wird sich zeigen.«
Und weil auch die übrigen Soldaten den Ritter mit einem unverständlichen Blick ansahen, fügte er hinzu: »Jetzt wird sich zeigen, welchen Einfluss Heinrich hier bei den Friesen hat.«
Dann hatten sie sich dem Dorf so weit genähert, dass sie die Gebäude unterscheiden konnten. Es waren nur zwei Steinhäuser unter den geteerten Holzhütten der Fischer. Eines war wohl die Schmiede und das andere die kleine Pfarrkirche.
»Wenn uns dort der Pfarrer Joachim begrüßt, sind wir im Ort Tenning«, sagte Lothar.
Und die Ahnung des Ritters sollte sich bewahrheiten. Noch bevor die Männer das Dorf erreichten, kam ihnen ein Mann in derber Kutte entgegen, und stellte sich tatsächlich als Pfarrer Joachim vor. Die Verwunderung darüber, dass der Ritter und sein Gefolge ohne Pferde daherkamen, ließ er sich zunächst nicht anmerken, sondern lud die Männer in sein Pfarrhaus zur Mahlzeit.
Und als das Feuer im Kamin knisterte, und auch die Männer ihre Waffenkleider abgelegt hatten, goss Joachim den Messwein in ein Dutzend Krüge. Mit den Augen eines erfahrenen Beobachters hatte er längst alle Gesten des Ritters studiert und war sich nun sicher, dass der einem edlen Geschlecht abstammte.
»Nun, Lothar von Quedlinburg«, sagte er, nachdem die Krüge gefüllt waren und die Männer den Wein gekostet hatten.  »Den Mann, dessen Namen Ihr im Taufbuch suchtet, werdet Ihr hier nicht vorfinden.«
»Aber Ihr könnt mir doch sicherlich sagen, in welchem Küstendorf ich ihn suchen muss.«
»Allerdings.«
»-A b e r -?«
»Ihr werdet den Ort nur schwer ohne Pferde erreichen.«
Lothar wischte sich etwas verlegen mit der Hand den Wein vom Mund.
»Dann werden doch die Fischer dieses Ortes so freundlich sein, einen Ritter des Herzogs mit Pferden auszuhelfen.«
»Das würden sie ohne Zweifel... sie haben nur keine.«
Lothar runzelte ungläubig die Stirn.
»Der Trockenfisch und die Robbenfälle werden von Händlern abgeholt. Sie müssen die Dinge nicht befördern.«
Lothar fluchte innerlich über die Einöde, in die er hier geraten war, aber er ließ es sich nicht anmerken.
»Aber der Pfarrer hat bestimmt eine andere Idee«, mischte sich Conradus ein.
»Aber gewiss. Ihr könntet mit den Fischern fahren.«
»Na das ist ein Wort.«
»Aber nicht alle«, musste Joachim den Ritter bremsen, der sich soeben erhoben hatte, um seinen Waffengurt zu greifen.
»Der Ehrgeiz, den Ihr in Euren Auftrag steckt, zwingt mir Bewunderung ab, aber in dem Boot wird nur Platz für vier Mann sein. Und außerdem müsst Ihr auf die nächste Flut warten.«
»Wann also?«
»Besser erst im Morgengrauen.«
Lothar sank auf die Holzbank zurück und hielt dem Pfarrer seinen Becher wieder hin.
»Dann schenk er uns nochmals ein.«
»Der Messwein ist das Blut des Herrn und eigentlich für einen anderen Zweck gedacht.«
»Was soll’s... die Fischer werden schon nicht merken, dass Ihr den Wein etwas mit Wasser streckt. Das tut doch jeder Pfarrer, wenn er nicht ganz auf den Kopf gefallen ist.«
Die Worte Lothars missfielen Joachim außerordentlich, aber er beließ es bei einem bitteren Lächeln und goss den Krug des Ritters nochmals voll. Auch die anderen Männer ließen sich nochmals nachschenken.
»Es wäre besser, wenn wir die Fischer zuvor zu Gesicht bekommen könnten«, sagte Conradus eigentlich zu Lothar, aber auch so bestimmt, dass Joachim es als Aufforderung auffasste und sich erhob.
»Im Kessel ist noch Suppe«, erwähnte er dann, als er sich den Umhang umlegte, um das Haus zu verlassen. Und weil ihm jetzt der Regen ins Gesicht schlug, fügte er hinzu: »Ihr habt einen schlechten Himmel mitgebracht.«
Das störte die Waffenknechte des Herzogs, die den Ritter begleiteten, überhaupt nicht. Gierig machten sie sich über die heiße Suppe her, die tatsächlich für alle reichte, da Lothar und Conradus lieber Käse und Brot vertilgten. Die meisten hatten es sich jetzt in der flachen, aber geräumigen Pfarrstube gemütlich gemacht. Einige hatten sogar die schweren Stiefel ausgezogen und trockneten das Leder am Feuer.
»Glaubst du, wir können ihm trauen?«
»Wir haben keine Wahl«, entgegnete Conradus und stopfte sich sogleich ein Stück Roggenbrot in den Mund.
»Du konntest zwar die Verfügung des Herzogs nicht vorweisen, aber er wäre ein Narr, würde er daran zweifeln«, fügte er etwas gequält hinzu, da er mit vollem Mund sprach.
Lothar sagte eine Weile gar nichts, sondern starrte vor sich hin, auf das Feuer und die dampfenden Stiefel der Männer.
»Heinrichs Macht wirkt also auch hier, am Ende des Reiches«, kam plötzlich über seine Lippen.
»Das Ende oder der Anfang, die Küste kann beides sein.«
Lothar wusste um die Wortspielerei des erfahrenen Conradus, und er hatte auch schon eine Erwiderung auf der Zunge, aber das Knarren der Tür zog die Aufmerksamkeit aller auf sich.
Joachim war zurück, und er brachte einen Mann mit, der scheinbar den gesamten Raum zischen Fußboden und Decke einnahm.
Lothar starrte auf die langen, rötlich schimmernden Haare, die diesem beinahe bis zum Waffengurt reichten, wo der Ritter ein kurzes Schwert und ein wertvolles Jagdmesser erblickte.
»Einen Fischer habe ich mir aber anders vorgestellt«, sagte er nur.
»Ich habe nie behauptet, dass ich Fischer bin.«
»Das ist Assgar von Ostenmoor, ein Robbenjäger«, mischte sich Joachim ein, und stellte den Fremden vor. »Ihr könnt mit ihm fahren.«
Lothar erhob sich.
»Mit ihm fahren? ...Wohin?«
»Na ... nach Ostenmoor. Das Dorf, in dem Ihr den Mann wohl findet werdet.«
Lothars Verstand war sofort bei der Sache.
»Dann seid Ihr der Herr des Dorfes?«
»Meiner Familie gehört ein befestigter Hof, und das gesamte Dorf mit Schmiede und Schenke dazu.«
»Wie befestigt ist der Hof?«
»Wir könnten ihn gut gegen hundert und mehr Angreifer verteidigen.«
Lothar fuhr sich mit der flachen Hand über das bärtige Kinn und beobachtete die markanten Gesichtszüge des Mannes, der im selben Alter zu sein schien wie er selbst. Und an dem ihm vor allem das lange Haar und die gepflegten schwarzen Lederkleider imponierten. Auch der Waffenrock mit dem feinen Kettenschutz zeugte von Wohlstand. Das Geschäft mit den Robbenfällen musste also gut laufen, dachte er.
»Joachim hat Euch den Namen genannt?«
»Ja...«
»Und...?« Lothar sah etwas missmutig auf Conradus und dann wieder auf den Fremden. »Habt Ihr diesen Namen schon einmal gehört?«
»Kann sein...«
»Vielleicht habt Ihr den Mann auch schon einmal gesehen.«
»Kann sein ... «
»Kann aber auch nicht sein...«, fügte Conradus an.
»Was glaubt Ihr denn, wie viel Volk und Händler den kleinen Hafen passieren?«
Der Ritter und Conradus zuckten mit den Schultern.
»Der gesamte Handel mit den Elbslawen läuft über Ostenmoor, und auch die Thüringer holen den Hering von unseren Fischern.«
»Ihr wollt sagen, dass dieser Mann ein Händler sei.«
»Ich sage nur, dass Ihr ihn dort treffen könntet ... mit etwas Glück.«
Lothar sah sich um und wollte zwei Mann bestimmen, die ihn und Conradus begleiten sollten.
»Ich nehme nur Euch mit, Lothar von Quedlinburg. Euch und Euren Schwertträger.«
»Aber er sagte etwas von vier Mann«, protestierte Lothar und zeigte auf Joachim.
»Richtig, er sagte vier, aber ich sage zwei.«
Lothar und Conradus sahen sich an, aber noch bevor sie zu einer Antwort fanden, fügte Assgar hinzu: »Ihr kommt hier nicht weit ohne fremde Hilfe. Und ohne Pferde schon gar nicht.«
»Ihr meint also, wir sollten uns Euch anvertrauen?«, fragte Lothar etwas herausfordernd und wippte dabei auf den Stiefelspitzen. Eine Geste, die der erfahrene Friese sofort als Verlegenheit seines Gegenübers deutete.
»Ihr habt Euch Joachim anvertraut. Und ich bin der Einzige, der euch in diesen Tagen dorthin bringen kann, um diesen Mann zu treffen. Der Kutter legt in der Morgendämmerung ab, entscheidet Euch also rechtzeitig.«
Der Friese tauschte noch einen flüchtigen Blick mit Joachim und verließ umgehend die Pfarrstube.
»Er nimmt sich wohl ziemlich wichtig«, spottete Lothar, nachdem die Tür ins Schloss fiel.
»Seine Familie hat großen Einfluss hier.« Und als Lothar die Stirn runzelte, fügte Joachim hinzu: »Ihre Ahnen sind von edelster Abstammung. Sie sollen als Heilträger die Stämme des Nordens gegen die Franken geführt haben.«
»Sagt man sich?«
»Die Menschen hier glauben daran.«
»Und Ihr?«
»Ich bin ein Diener des Herrn, mein Glaube gilt allein ihm.«
»Stell dich nicht so an, Joachim!« Lothar ließ nun die Etikette gänzlich fallen. »Du bist in dieser Gegend ebenso verwurzelt wie sie, daher wirst du doch wohl eine eigene Meinung zu den Dingen haben.«
»Hab ich.«
»Und...?«
Joachim kratze sich verlegen am rasierten Kinn. »Es wird schon so sein.«
Lothar und Conradus sahen sich an und schüttelten dann beide mit dem Kopf. Sie unterließen es jedoch, die Sache weiter zu hinterfragen und verabredeten ein Wecken für den frühen Morgen, da sie alle an der Bestattung des toten Soldaten teilhaben wollten. Aber bevor sich Lothar mit seinen Männern in die Wolldecken hüllte, die der Pfarrer ihnen gegeben hatte, übergab er ihm die letzten Münzen.
»Damit die Männer des Herzogs in meiner Abwesenheit nicht Hungers leiden müssen.«
»Aber meine Speisekammer würde ich den Soldaten Heinrichs doch nicht verschließen«, sagte Joachim etwas verlegen.
»Davon gehe ich aus, aber vielleicht bin ich länger fort. Und vielleicht sind die Fischer doch nicht so freizügig, wie der Pfarrer.«
Joachim reckte seinen langen Hals aus der Kutte und ließ, wegen des ritterlichen Lobes, ein leichtes Grinsen übers ganze Gesicht huschen,.
»Ich hoffe nicht, das war Euer letztes Geld?«
»Doch... das war es. Aber wir packen uns in der Früh einen Proviantsack, und füllen einen Schlauch mit Wasser und einen mit deinem Messwein ab. Und wenn dieser Assgar von so edler Abstammung ist, wie Ihr sagtet, dann wird er einen Ritter des Herzogs ja wohl nicht verhungern lassen.«
»Das wird er sicherlich nicht, Herr.«


        A
uch der nächste Tag begann mit Nieselregen. Und nachdem Pfarrer Joachim die letzten Worte beendet hatte und das Amen gesprochen war, eilten Lothar und Conradus zum Hafenpier. Jeder von ihnen trug einen Leinensack mit Brot und Käse bei sich. Und wie sie so in der frühen Dämmerung über die Pfützen hüpften, bemerkte Lothar plötzlich wie schnell er den Tod des jungen Soldaten aus dem Gedächtnis gestrichen hatte. Eben standen sie noch an seinem Grabe...
Aber der Tag würde ihnen einen anderen Sinn geben, und wenn sie diesen Mann dort wirklich antrafen, konnten sie diese Gegend auch bald wieder verlassen. Darauf freute sich Lothar am meisten.

Derweil ließ ihn aber der Nieselregen die schulterlangen Haare am Kopf kleben. Und die Gerüche von gekochtem Teer und von Fischtran drangen ihm in die Nase und steigerten sein Unbehagen. Mit den Stiefeln wateten sie knöcheltief im Schlamm bis sie die befestigte Pier betraten. Hier erblickte Lothar dann zahlreiche kleine Fischerboote, auf denen zahlreiche weißgraue Vögel saßen und bei seinem Erscheinen in ein eigentümliches Geschrei ausbrachen.

Mit etwas Wut im Bauch stieß der Ritter seine Lanzenspitze nach einem dieser Geschöpfe, aber der plumpe Vogel erhob sich rechtzeitig in die nasse Luft und kreischte. Weil ihm dieses Schauspiel aber Spaß bereitete, versuchte er einen zweiten Vogel zu spießen. Auch das gelang ihm nicht, und Conradus musste seinen Herrn sogar im letzten Augenblick am Waffengurt packen, sonst wäre der von der Pier in das modrige Wasser gerutscht.

»Die Biester taugen nicht zum Verzehr.«

Lothar sah abrupt den Steg entlang und erkannte Assgar.

»Habt Ihr Euch also doch entschieden, mit mir zu reisen.«

»So ist es«, entgegnete der Ritter nur.

Dann standen sich die Männer gegenüber und Lothars Augen sahen zu seiner Befriedigung, dass das Schiff, vor dem Assgar stand, erheblich größer war, und es war wohl auch kein Fischerboot, sondern ein Frachtkutter.
Der Friese grinste über das ganze Gesicht.
»Was erheitert Euch so?«

Assgar zeigte auf die Waffen des Ritters, und dann zog er Conradus an den Maschen des Kettenhemdes.

»Wenn Ihr so ins Wasser fallen solltet, kann niemand mehr etwas für Euch tun. Ihr versinkt wie Blei.«

Da erst bemerkte Lothar, dass sein Gegenüber diesmal keinerlei Waffen am Körper trug,.
Der Friese schnipste mit den Fingern und sofort stellten zwei der Bootsleute eine lederbeschlagene Holztruhe auf die Pier.
»Hier könnt Ihr die Waffen hineintun, ebenso die Kettenhemden und Dolche. Die Schilde und Lanzen übergebt den Bootsleuten!«

Nach einem plötzlichen Sprung stand Assgar wieder an Deck.
»Ich werde die Holzkohle zum Glühen bringen, sonst erfriert ihr mir noch, bevor wir überhaupt auf dem Meer sind.«
Lothar und Conradus wurden durch die ungewöhnliche Situation so überrauscht, dass sie bereitwillig die Waffen in die Truhe legten, und ebenso die schweren Kettenhemden auszogen. Mit grinsenden Blicken wurden sie dabei von den Bootsleuten beobachtet, die ihnen aber sofort die Hand reichten, um den Gästen den Aufstieg zum Schiff zu erleichtern.

»Über eines müsst ihr beide euch jetzt im Klaren sein«, rief Assgar, der unter einer Persenning hockte und die Holzkohle entzündet hatte, nun aber heraustrat und sich vor dem Ritter aufbaute.
»An Bord eines Schiffes verliert sich jede Etikette. Hier gibt es keine Edelmänner, sondern nur Gleichgesinnte, die ihr Leben den Geistern der Untiefen anvertrauen.«
»Ich vertraue mein Leben dem Heil Jesu«, entgegnete Lothar abrupt.
»Das genügt hier nicht«, konterte der Friese mit einem Lächeln. »Er dort ist der Schiffsführer. Sein Name ist Etelmann.« Assgar wandte sich um und sah nun auch zu den anderen Bootsleuten. »Und diese beiden hier sind Lothar und Conradus«, sagte er zu ihnen. »Sie sind im Auftrage unseres Herzogs Heinrich hier.«
Die Männer nickten leicht mit den Köpfen und erhoben die Hände ein wenig zum Gruß. Auch Lothar und Conradus erwiderten diesen. Dann schob sie Assgar unter die Persenning, sodass sie den Männer beim Ablegen nicht im Wege standen. Etelmann hatte sich ans Ruder gestellt und beobachtete, wie seine Bootsleute die losgeworfenen Festmacherleinen an Bord zogen. Dann ergriffen zwei von ihnen die langen Bootshaken und stießen den Schiffskörper von der Pier ab. Die Strömung war zu schwach, um den Kutter in Fahrt zu bringen, daher legten die Bootsleute die Riemen aus und brachten ihr Schiff durch gleichmäßige Rudermanöver in die Mitte des Stromes.
Lothar war froh, vor dem Nieselregen geschützt zu sein, und als ihn Assgar einen Krug mit heißem Kräutersud gab, sog er sofort den Dampf durch die Nase. Erst jetzt erfassten seine Augen die Einzelheiten des Schiffes. Es war ein breiter Kutter mit einem hohen Steven vorn und achtern. Am Achtersteven stand Etelmann und legte das Ruder. Auch sein Stand war durch eine Lederpersenning geschützt. In Kopfhöhe des einzigen Mastes hing eine Rahstange, die sie wohl erst auf See aufziehen würden. Die Bootsleute stemmten sich derweil in die Riemen, um das Schiff dem Meer näher zu bringen.
Zwischen dem Unterstand, wo sie vor der Kochstelle auf einer großen Kiste saßen und der sie vor Wind und Regen einigermaßen schützte, und dem Vorschiff entdeckte Lothar eine sorgfältig abgedeckte Last.
»Was befördert ihr hier?«
»Das musst du schon ihn fragen«, sagte Assgar und nickte mit dem Kopf zu Etelmann.
»Aber ich dachte, dass du der Herr über dieses Schiff bist.«
Assgars Lippen verzogen sich langsam zu einem spitzbübischen Grinsen.
»Ich bin ebenso Gast wie ihr. Und ich habe für die Überfahrt nach Ostenmoor bezahlt.«
»Und wer hat...?«
Aber noch bevor Lothar die Frage formuliert hatte, kam Conradus darauf: »Du hast für uns bezahlt?«
Assgar nickte.
»Aber warum?«
»Ihr sucht einen Mann, und ich würde gern sehen, was ihr von ihm wollt.«
»Du kennst ihn also doch?«
»Schon möglich.«
In diesem Augenblick machte der Kutter einen Satz, und die Gischt stob über den Vordersteven hinweg. Und ohne große Worte zu verlieren, holten die Männer die Riemen ein, und brachten das Segel vor den Wind. Etelmann legte jetzt das Ruder nach Steuerbord, sodass sie auf östlichen Kurs gingen. Die Besatzung war eingespielt und kannte den Seeweg nach Ostenmoor von unzähligen Überfahrten her. Dann zogen auch sie sich unter die schützende Persenning am Vordersteven zurück, nachdem sie noch mehrere offene Leinen und Buchten außenbords gelegt hatten.
»Sollte einer von euch über Bord gehen, muss er versuchen, eine von den Leinen zu erwischen, dann können wir ihn wieder raufholen, wenn nicht... ist es aus mit dem Leben.«
Die beiden nickten.
»Ich rühre mich hier nicht weg, bis wir wieder im Hafen sind«, sagte Lothar, dem das langsame Rollen des Kutters schon leidlich auf den Magen schlug.
»Wir werden aber erst am späten Tage Ostenmoor erreichen.«
»Wenn überhaupt...«, mischte sich Etelmann ein und verfiel auch gleich in sein höhnisches Gelächter, das er gern über Seeunerfahrene ausschüttete.
»Lass sie in Ruhe!«
»Hab dich nicht so... lass uns lieber den toten Seelen opfern.«
Assgar wusste sofort, was der alte Schiffer meinte, und er hielt es selbst für eine gute Idee. Langsam stand er auf und öffnete die Kiste auf der er saß, um einen Schlauch herauszuholen. Und sich mit einer Hand immer am Handläufer festhaltend, ging er die wenigen Schritte achteraus zu Etelmann. Dort zog er mit den Zähnen den Korken aus der Schlauchöffnung und goss zunächst einen kräftigen Schluck Met außenbords.
»Für die toten Seelen der ertrunkenen Seeleute«, brüllte Etelmann gegen den Wind und lechzte sich sofort die Lippen, denn der nächste Schluck würde immer dem Schiffsführer gehören. Assgar wusste es und verfuhr ebenso. Dann schluckte auch er an dem Schlauch, bevor er zurückwankte und Lothar und Conradus teilhaben ließ.
Der süße Wein tat den beiden gut, und augenblicklich erhob sich Lothar und spähte auf das Meer, das nun von achtern gegen den Kutter rollte.
»Hätte nie gedacht, dass ich einmal mein Pferd gegen ein Schiff tauschen würde.«
Die Luft war salzig und der Wind noch nicht so kalt. Der Sommer war vorbei, aber mit dem Winter hatte das Meer noch keine Eile. Nun sah er auch die grauweißen plumpen Vögel, die den Kutter in gebührendem Abstand folgten.
»Und die schmecken wirklich nicht?«, sagte er und zeigte achteraus.
»Die taugen nur als Hundefutter«, rief Etelmann.
»Glaubt ihm. Haltet euch lieber an die Kost, die euch Joachim mitgab.«
»Was ist das dort?«
Lothar wurde jetzt mutiger und trat unter der Persenning hervor, mit dem Arm zum nahen Ufer zeigend. Und mit leicht angewinkelten Beinen hielt er sich aufrecht gegen das Stampfen des Schiffes. Assgars Augen folgten seinem Wink.
»Du meinst den Wachturm, der über die Baumgipfel ragt?«
Lothar nickte, und jetzt erhob sich auch Conradus.
»Dort sitzen die Wächter von Tenning. Die Dänen kommen auf ihrer Heimfahrt von den Raubzügen gern hier vorbei, um sich an unserer Küste auszutoben«, antwortete der Friese mit einer Portion Ironie, die dem Ritter nicht entging.
»Dann solltet ihr wohl gute Waffen haben, um mit ihnen tanzen zu können.«
Assgar gefielen die Worte. »Komm, ich zeig dir was.«
Und die Männer zogen sich wieder auf die Kisten zurück, wo sie die ganze Zeit zuvor saßen. Dann hob Assgar ein schweres Lederbündel auf seinen Schoß, und begann die Stricke zu lösen. Zum Vorschein kam zunächst ein geöltes Leinentuch, das der Friese mit größter Sorgfalt auseinander faltete, und Lothar verschlug es zunächst die Sprache.
Er war schon in vielen Waffenkammern, hatte die prächtigsten Schwerter der fränkischen und sächsischen Ritter gesehen. Aber niemals etwas wie das hier.
Zwei riesige Schwerter bot der Friese den neugierigen Blicken feil. Und mit der Zärtlichkeit einer Mutter, die ihrem säugenden Kind über den Kopf streicht, fuhren jetzt seine Finger über die endlos langen Klingen.
»Man muss schon über reichlich Kraft verfügen, um diese Schwerter im Kampf zu führen«, sagte Lothar verdutzt.
»Eben... darum ist eines für mich und das andere für meinen Bruder.«
»Dann wird dein Bruder wohl deiner Gestalt gleichen.«
»Nicht ganz, denn ich bin Friese, aber er ist Nordalbinger.«
»Wie soll ich das verstehen?«
»Du wirst ihn selbst fragen können, wenn wir in Ostenmoor sind.«
Assgar wickelte die Waffen wieder in das Öltuch und verschloss das Lederbündel gründlich. Dann sah er in die immer noch verdutzen Gesichter von Lothar und Conradus.
»Hast du die Waffen in der Schmiede von Tenning schmieden lassen?«
»Nein, die sind aus der Schmiede meiner Familie. Aber der Schmied in Tenning ist ein alter Waffenmeister des Dänenkönigs, und niemand verleiht einem Schwert diese tödliche Schärfe wie er.«
»Warum holt ihr ihn dann nicht nach Ostenmoor?«
»Er will nicht mehr. Seine letzten Tage sind gelebt und er wird alsbald erblinden. Vielleicht war das hier sein letzter Dienst an einer Waffe.«
»Dann sollten wir wohl auf sein Seelenheil trinken«, sagte Lothar.
»Und auch auf den künftigen Schwertschlag deiner neuen Waffe«, mischte sich Conradus ein. Lothar fummelte derweil im Proviantsack und holte eine pralle Schweinsblase heraus.
»Du hegst doch keine Abneigung gegen den Messwein.«
»Auf gar keinen Fall«, rief Etelmann vom Ruder her.
Assgar nickte zum Schiffsführer.
»Es ist so Brauch, denn unser Leben liegt in seinen Händen.«
Also erhob sich der Ritter und goss ebenso den ersten Schluck außenbords für die Seelen der toten Seeleute, und überreichte Etelmann dann den Wein.
Mittlerweile hatte der Regen ganz aufgehört und wegen des stetigen Westwindes machte der Kutter gute Fahrt. Das gleichmäßige Stampfen des Schiffes empfand Lothar nun nach den Schlucken Wein ganz angenehm, und er döste vor sich hin, weil Assgar und auch Conradus eingeschlafen waren. Zumindest hatte es für ihn den Anschein, denn sie lehnten an den seitlichen Holzlatten des Unterstandes und hatten die Augen geschlossen.
Hin und wieder hörte er auf die Melodie, die Etelmann durch seine Zahnlücke pfiff, hauptsächlich sah er aber auf die Bootsleute im Vorschiff. Die spielten irgendein Würfelspiel und gerieten dabei häufiger in Streit. Offenbar spielen sie um Einsätze, dachte er. Das leise Schnarchen von Conradus zeigte ihm dann an, dass sein Gefährte tatsächlich eingeschlafen war.
Nun lehnte auch er sich zurück, weil die Nacht wegen der Totenmesse für den ermordeten Soldaten zu kurz war, und er versuchte, etwas Schlaf nachholen. Das stetige Stampfen des Kutters, das Rauschen der Wellen, das leise Pfeifen von Etelmann, alles das lullte auch ihn langsam ein. Und die Stimme des Schiffsführers war dann auch das Erste, das wieder in sein Bewusstsein drang.
»Gebt endlich das Zeichen, sonst glauben sie noch wir sind Fremde«, rief der von achtern über das ganze Deck.
Als Lothar die Augen öffnete, sah er Assgar und Conradus bereits an den Steuerbordspanten stehen. Langsam erhob er sich und gesellte sich zu ihnen.
»Es ist ja immer noch nicht richtig hell.«
»Es wird schon wieder dunkel. Du hast den halben Tag verschlafen.«
Lothar rieb sich die Augen und starrte auf den Reiter, der unweit am Ufer stand. Dann hörte er das tiefe laute Dröhnen der Hörner, die Etelmanns Leute anbliesen.
Assgar hob den Arm und winkte. Der Reiter erwiderte den Gruß und ließ sein Pferd auf der Stelle tanzen. Lothar war von dessen Anblick fasziniert, ähnlich so, als er den Friesen Assgar zum ersten Mal sah. Der Reiter trug das Haar ebenso lang wie der Friese, allerdings war dessen Farbe hellblond. Das schwarze Pferd hatte eine ebenso lange Mähne wie der Reiter, und  an den Gurten der schwarzen Schabracke sah Lothar zwei Lanzen und ein großes Beil. Den Schild trug der Reiter über den Rücken geschnallt, sodass der ihn von Kopf bis Hüfte schützte. Über die dunklen Lederkleider trug auch dieser Krieger den eigenartigen Waffenrock mit Dolch und Kurzschwert, den Lothar schon an Assgar gesehen hatte.
»Hast du die Waffen dabeeeiii?«
Assgar hielt seine Hände an den Mund, um einen Trichter zu formen, der seine Antwort hinüberleiten sollte, denn der Wind blies ihnen jetzt entgegen. Die Bootsleute hatten derweil das Segel niedergeholt und setzten die Riemen aus.
»JAA... Du wirst nie wieder ein besseres Schwert in den Händen halten.«
»Dann beeil dich, die Drollinge haben das Räubernest ausgespäht!« Bei den Worten ließ der Reiter sein Pferd aufsteigen, und galoppierte dem Schiff am Ufer voraus.
»Wer ist dieser Mann?«, fragte Lothar.
»Das ist mein Bruder... er ist TANGAHAR.«
Lothar war fassungslos, der Friese hatte ihn die ganze Zeit an der Nase herumgeführt. Jetzt erst sah er auch, dass Assgar seine Waffen wieder trug, und mit einem verstohlenen Blick schaute er nach der Kiste, in der sein und Conradus Schwert verborgen waren...