
30.
September 2006 - der Autor in
Gedenken an den Magister Johannes Hus, verbrannt in Konstanz am 6.
Juli 1415 -
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© Ralf Schwart, 2006
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Johannes
Hus war Magister
für Philosophie an der Prager Universität und gleichsam Theologe in
Prag, und nach seinem Predigtverbot auch in Südböhmen, wo er im
Freien predigte. Hus stand für die Abkehr vom Papst ( "für
einen Christen kann es nur Gott geben" ), die Ablehnung des
Ablasshandels und der
Verschacherung von Kirchenämtern. Ebenso vehement forderte er die
Reichung des
Laienkelches, die Predigt in jeweiliger Muttersprache, die Absetzung
sündiger Bischöfe, Päpste und weltlicher Fürsten, und vieles mehr...
(Gedenkstein an der
Hinrichtungsstätte)
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Nordfront
der Freien
Reichsstadt Konstanz., die zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum
wohl wichtigsten Schauplatz des Mittelalters überhaupt wurde. Die 7000
Einwohner zählende Stadt musste an das Zehnfache an Gästen aus
hohem und niederem Stand verkraften, was wohl einer organisatorischen
Meisterleistung bedurfte. Im Zentrum des Modells steht der Dom, rechts
daneben die Pfarrkirche St. Stephan. An der östlichen Wasserfront steht
das Konzilgebäude, davor die Klosterinsel.
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Der
Rheintorturm in der
Nordfront der ehemaligen Stadtmauer, heute ohne Rheinbrücke. Es ist
anzunehmen, dass Johannes (Jan) Hus mit seiner Begleitung und zwei
deutschen Rittern, die von König Sigismund zu seinem Schutz abgestellt
waren, am 3. November 1414 dieses Tor durchquerte.
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Blick auf
die
mittelalterliche Stadt Konstanz von Südwesten her. Im Vordergrund die
Pfarkirche St. Stephan, in der die Verhandlungen gegen den Prager
Magister Hus abgehalten wurden, dahinter der das Stadtbild
beherschende Dom.
Schön zu sehen sind hier auch die Klosterinsel im Osten und die Brücke
über den Rhein im Norden.
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Stadtansicht
auf die
südliche Vorstadt mit dem Emmishofer Tor im Vordergrund, unmittelbar
davor beginnt
heute die Schweiz.
Am Schnetztor, der ehemals südlichste Punkt in der Westmauer, zweigt
der Stadtgraben in den alten Graben nach Westen ab, an dessen Ufer
(hier nicht mehr im
Bild) die Verbrennung des Johannes Hus am 6. Juli 1415
stattfand.
Sein Freund und leidensgefährte Hieronymus von Prag
wurde an gleicher Stelle am 30. Mai 1416 verbrannt.
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Blick auf
das Schnetztor
in der südlichen Stadtmauer. In dem Hause ganz rechts soll Johannes Hus
seine letzten freien Tage vom 3. bis 28. November 1414 verlebt haben.
Unter dem Vorwand einer Unterhaltung lockten ihn die Kleriker dann in
ihre Obhut, wo sie ihn sofort festsetzten und bis zur Hinrichtng an
verschiedenen Orten gefangen hielten u. a. auf der Klosterinsel und
auf der Bischofsburg Gottlieben, 2 km westlich von Konstanz.
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Hier,
unter den Arkarden
von St. Stephan, fanden die Verhandlungen gegen
Johannes Hus statt. Obwohl man von Verhandlung nicht sprechen konnte.
Hus wurde Ketzerei vorgeworfen, er sollte seine eigenen Lehren, aber
auch die des Johann Wycliffs abschwören, und sich der Autorität der
Kurie unterordnen, was er jedoch nicht tat.
Was er selbst zu sagen hatte, interessierte die Kleriker nicht! Man
hörte ihn einfach nicht an, und seine Unbeugsamkeit bedeutete den Tod.
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Ehemaliges
Lager- und
Warenhaus wurde kurzerhand zum Konzilgebäude umfunktioniert. Hier
wurde, nach der Absetzung aller drei Päpste, das Conklave abgehaltun
und am 11. November 1417 der neue Papst Martin V. in sein Amt
eingeführt.
Das Haus kehrt uns die Bodenseeseite zu. Ursprünglich ging der See hier
bis an die Mauern des Hauses heran. Schiffe konnten direkt daran
festmachen.
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Blick vom
Dom in
südwestliche Richtung auf die Pfarrkirche St. Stephan.
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