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die
Erdachse
- für Immanuel - An deiner Neigung hängt das Leben, sollst Morgenrot zum Morgen geben, nicht ständig wechseln Ost und West, dass der Kalender hält nicht fest den Tag, den Monat und das Jahr, kein Ort, der noch am Orte war Die Astronomen ratlos hadern, weil Kaiser Yahou ließ sie wandern, Sonne und Mond gar neu zu finden, die Unwissenheit überwinden Wo bitte bleibt des Menschen Glück, wenn unsre Welt vornüber kippt? Die Pole wandern Nord und Süd, das Erdenkleid wie Lava glüht Kosmische Kraft türmt Meere auf und wirft den Hagel oben drauf Der Mensch braucht doch den Lauf der Zeit, die Erde ihr stabiles Kleid! Zu selben Zeit wo China wankt, ward auch Ägypten arg erkrankt Zehn Plagen zählt die Bibel auf in aufeinander folgendem Lauf So ward das mittle Reich zerstört, wie man es heut vom Priester hört Zugrunde ging dort Haus um Haus, die Israeliten zogen aus, geleitet wohl von Gottes Hand Doch halt! Wo bleibt hier der Verstand? Kein Gott, der hier Urheber war, den Weltenbrand auslöste gar! Und auch am Berge Sinai war's keinesfalls Theophanie Komet und Erd im Feuertanz das Firmament, das Kleid, zerfranst Es war der Erde Schmerzeslaut die Achse kippte, gewendet die Haut Vor dreieinhalbmaltausend Jahr, bezeugt von Menschen, die waren da! -R.S.-
der
Literat
Es ist kein
Manko eines Buches,
wenn dort nur steht, was einst geschah So sind die Quellen aller Lehren, fortgeschrieben Jahr um Jahr Wer schlug die Römer bei Kalkriese Wer war der erste Patriarch? Was bitte machte Karl der Große? Steht alles drin, man schlag nur nach! Zur Unterhaltung dient es selten, solch Buch, gelistet Fakt um Fakt Es fehlt das Wesen jener Menschen, die dort genannt mit ihrer Tat Es fehlt ihr Hoffen und ihr Bangen, ihr eigenes Bild gar von der Welt und auch ihr heimliches Verlangen uns nur der Literat erzählt -R.S.- Recht
Du bist gewiss von allen Dingen
das – was niemand haben kann Im harten Streit, nach zähem Ringen, verbrennt so mancher sich daran An einem Ort gar Luxus pur, wenn andernorts nur blass und fad Du bist gar künstlich, nicht Natur, was nur der Mensch geschaffen hat Der Weise sagt: er hat dich wohl, bis einer besser ihn belehrt Dann trägt der hoch die edle Kron', bis ihm dasselbe widerfährt Du wandelst dich von Zeit zu Zeit dein Kleid ist löchrig, aber streng Dem einen bist du viel zu weit, dem and'ren bist gar viel zu eng Es buhlen viele deiner Gunst, sei's groß sei's klein, was sie bezwecken Und mancher Geist im Kriege nur, versuchte, dein Gesicht zu retten Du bist der Zank, den alle führen, dein Mahlwerk macht sie alle klein Doch halt! So manchem es gelingt, Wahrheit zu beugen, legt dich rein So dient er seinem edlen Stamm, das Zaster die zu Haufe kriegen Gestalten dich nach ihrem Sinn, benutzen dich, doch müssen lügen -R.S.- Startseite |